Eigentlich ist es eine dieser Geschichten, die Schüler vor Langeweile schier
umkommen lässt: Euripide' "Medea", eine tragische Geschichte aus der Antike.
Erst benutzt Jason, der Argonautenführer, seine Geliebte Medea, um das heiß begehrte goldene Vlies zu stehlen. Doch die Liebe ist nicht von langer
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Dauer. Bald schon lässt Jason seine Medea im Stich. Die betrogene Medea aber
rächt sich bitterlich. Erst vergiftet sie die Nebenbuhlerin, dann tötet sie auch noch die beiden gemeinsamen Kinder.
Den klassischen Stoff der Euripides-Tragödie hat das Reutlinger Theater Patati Patata nun umgedreht und aus der Sicht zweier Kinder neu erzählt. Die beiden schlüpfen in die Rolle ihrer Eltern und erzählen die Jason-Medea-Geschichte in sehr schönen Bildern nach. Auf diese Weise wollen die Kinder begreifen lernen, wie es zu der Gewalt gekommen ist, deren Opfer sie geworden sind.
So handelt das Stück plötzlich nicht mehr nur von dem klassischen Medea-Stoff, sondern von einer allgemeinen Familiensituation, die von Gewalt geprägt ist. Nachdem die Kinder schließlich das Gewalt-Geheimnis gelösthaben, kann es für sie anders als in der Antike einen Neuanfang geben.
Ideenreich, in einer jugendlichen Sprache und Bewegung, erzählen Janne Wagler und Sonka Müller mit einfachen Mitteln und einem steten Augenzwinkern diese Geschichte und kommen dabei dem Familiengeheimnis immer näher.
Musikalisch untermalt werden die einzelnen Szenen des choreographisch-musikalischen Theaters durch Achim Brown.
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