Freitag, 11.06.2004 · 20 Uhr Eintritt: 9.-/7.-EUR

Der Widerspenstigen Zähmung

von und mit Uli Boettcher

Regie und Buch: Brian Lausund
Technik und alles andere: Alex Niess

Nach 12 Jahren "Romeo & Julia" nimmt sich Boettcher einen zweiten Shakespeare vor. Den schlechtesten.

Und er kümmert sich in bewährter Form um die großen Themen, die Shakespeare nun mal gerne in seinen Stücken behandelte. Weil er inhaltlich mit "Der Widerspenstigen Zähmung" überhaupt nicht konform geht, nimmt er den Verfasser genussvoll auseinander.

Warum schrieb Shakespeare so was? Die gnadenlose Zähmung einer eigenständigen, selbstbewussten Frau ist nun wirklich kein Thema, das zu haltlosem Lachen anregt. Ausser... ja, ausser man nähert sich dem Stück von einer ganz anderen Seite. Genau das tut Boettcher. Indem er sich und das Publikum fragt, warum das alles geschah. Warum Katharina sich zähmen ließ
So werden Szenen gezeigt, die im Stück nicht vorkommen, die Shakespeare aber sicher geschrieben hätte, wenn er nicht so jung und unerfahren gewesen wäre. Szenen, die zumindest eine Möglichkeit zum Verständnis aufzeigen und die, ja... die plötzlich mit jedem im Saal zu tun haben.

Genau darauf beruht Boettchers Stärke. Die großen, hehren Werte einer uns völlig fremden Zeit zusammen zu kochen auf das, was wir alle kennen. Und das mit unglaublicher Leichtigkeit und großem Improvisationsvermögen...