Samstag, 24.04.2004 · 20 Uhr Eintritt: 8.-/6.-EUR

Tränen der Heimat

mit Sandra Lienhard

Autor: Lutz Hübner

Regisseur: Stefan Rihl

Deutschland, 1943. Hilde steht in der Tonkabine eines Radiosenders. Sie wartet darauf, per Ferntrauung mit ihrem Verlobten, einem SS-Mann an der Ostfront verheiratet zu werden. Doch im Äther rauscht es nur. Sie versucht, sich bei Laune zu halten in dem sie anfängt, von zu Hause zu erzählen.
Von sich, aber auch von ihrer Schwester Gertie, die von allen Männern begehrt wird, obwohl sie sich überhaupt nicht wie eine “deutsche Frau” benimmt, worum sie selbst sich so bemüht. Sie beginnt - vielleicht zum ersten Mal - über ihre Situation nachzudenken: ihre Verlobung mit Kurt, ihre linientreuen Schwiegereltern, darüber, dass sie versucht, so zu sein, wie die anderen sie haben wollen. Und langsam, ganz langsam regen sich in ihr Zweifel ...

Tränen der Heimat ist ein Stück über eine Mitläuferin, über eine Frau, die versucht, den Ansprüchen, die eine männlich dominierte Gesellschaft an sie stellt, gerecht zu werden. Eine Frau, für die sich schließlich zumindest die Chance abzeichnet, in Zukunft ein eigenverantwortliches Leben zu führen.

Tränen der Heimat ist auch ein Stück über das “3.Reich”. Im Vordergrund steht dabei das Schicksal einer jungen Frau, die letztlich weder als Täterin aktiv wird , noch ein ausgesprochenes Opfer darstellt, die jedoch durch das, was sie unterlässt, zu beidem wird.

Das Stück pendelt zwischen Tragödie und Komödie und nimmt - bei aller Ernsthaftigkeit der Thematik - durch die Komik der Situation und den Witz der Protagonistin dem Stoff die historische Schwere.

Im Anschluss an die Vorstellung kann auf Wunsch des Publikums mit der Darstellerin und dem Regisseur ein Gespräch stattfinden.